+++ Ein großer Opernabend in Dortmund: Turandot +++

Für eilige Leser sei das Fazit vorangestellt: Mit der Inszenierung von Giacomo Puccinis Turandot genießen Sie im Dortmunder Opernhaus den Klang eines ausgezeichneten Orchesters, zudem ein beeindruckendes Bühnenbild, einen hervorragenden Opernchor (incl. Extrachor) und nicht zuletzt den Auftritt erstklassiger Solisten.

Die märchenhafte Oper spielt in einem an das alte China erinnernden Peking. Auf der Bühne zeigt sich ein Palast, der mit nur wenigen Veränderungen zu einer Arena, einer Zimmerflucht, einem Thronsaal samt Vorplatz, einer Straße und mit Hilfe eines zweigeteilten Aufbaus sogar in einen sakralen Raum mit Altar verwandelt wird.

Als Darsteller der Pekinger Bürgerschaft begleitet der Chor die Szenen mit großer Stimmkraft und spielerischer Wucht. Der Zuschauer blickt auf ebenso wütend verängstigte, wie auch gehorsame Menschen, die der Willkür der grausamen Prinzessin Turandot ausgeliefert sind und sich an der Umsetzung ihre schrecklichen Ideen beteiligen müssen.

Ausnahmslos alle Solisten beeindrucken mit einer enormen stimmlichen und spielerischen Präsenz. Anna Sohn als Sklavin Liù und besonders Alfred Kim als Caláf lassen alle gesangstechnischen Schwierigkeiten ihrer Partien vergessen, bewältigen mühelos dynamische Unterschiede, Tiefen und Höhen. Sie nehmen die Hörer mit in das Chaos ihrer Gefühle, ihrer Ängste und Hoffnungen.

Es ist, liebes Dortmunder Publikum, vielleicht nicht ganz passend, in die Arie hinein „Bravo“ zu rufen, aber verdient hatte es Alfred Kim ganz sicher, denn sein „Nessun dorma“ besticht mit unbezähmbarer Durchschlagskraft und schwebendem Schmelz zugleich. Auch die Schlussszene überzeugt, in der nicht, wie üblicherweise, ein glückliches Liebespaar und jubelnde Untertanen zu sehen sind. Vielmehr zeigt sich ein Held, der – nachdem er den Tod zweier unschuldiger Menschen in Kauf genommen hat, um sein Ziel zu erreichen – eben doch mehr an Macht interessiert ist, als an der Liebe, für die er behauptete, zu kämpfen.

Turandot ist eine Sternstunde der Dortmunder Oper, in der Gesang, Orchester, Bühne, Kostüme und Licht auf das Glücklichste zusammenspielen und welche die Zuschauer von Klängen und Bildern berauscht nach Hause entlässt. Das Publikum spendete zuvor begeisterten Applaus, der sich hörbar aus großem Respekt der ergriffenen Gemüter nährte.

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